Geschichte

Um etwas über die Geschichte der Frübissage herauszufinden, ihren Beginn und die Idee, die dahintersteckt, haben Ramona Schrüfer, Josephin Brückner und Svenja Altevogt Kontakt mit Roland Karl Metzger aufgenommen: Er war von 2009 bis 2012 akademischer Mitarbeiter im Studiengang Frühkindliche Bildung und Erziehung, arbeitet jetzt als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft an der Stiftungsuniversität Hildesheim und hat im Oktober 2009 mit seinen damaligen Student*innen die erste Frübissage organisiert.

Roland Karl Metzger hat mit seinen Student*innen zusammen die Idee der Frübissage entwickelt

Erzählen Sie von Ihren Aufgaben an der PH Ludwigsburg.
Während meiner Zeit in Ludwigsburg lehrte ich in den Modulen Ästhetische Bildung, Wahlmodul Kunst und war als Modulbeauftragter für die konzeptionelle Weiterentwicklung dieser Studieninhalte und der Berufung von Lehrbeauftragten zuständig. Zudem lehrte ich in dem Modul Interdisziplinäre Praxisbegleitung. In Kooperation mit der Medienpädagogik und dem Sachunterricht (Grundschule) war ich außerdem für die konzeptionelle Neuausrichtung einer Lernwerkstatt Frühe Bildung zuständig.

Wie entstand die Idee der Frübissage?
Die Idee entstand bereits im ersten Semester meiner Tätigkeit als akademischer Mitarbeiter in Ludwigsburg. In einem Malereiseminar, das ich im Sommersemester 2009 anbot, fand eine sehr intensive Auseinandersetzung mit künstlerischen Bildbeispielen und den Seminararbeiten der Studierenden statt. Anhand dieser dichten Bildgespräche kam bei den Studierenden der Wunsch auf, diese Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen und die im Seminar erstandenen Arbeiten zu zeigen. Was zunächst als kleine Seminarausstellung angedacht war, setzte einen inspirierenden und konstruktiven Prozess in Gang, der in die Erarbeitung des Ausstellungskonzepts Frübissage mündete und schließlich Seminararbeiten aller Bereiche des Moduls Ästhetische Bildung umspannte und einbezog. Die erste Ausstellung fand am 18.10.2009 statt. Der Ausstellungstitel Frübissage, der sich aus Frühkindlicher Bildung und Vernissage zusammensetzt, wurde gemeinsam mit Studierenden gefunden.

Einladung zur ersten Frübissage 2009

Was wollten Sie mit der Frübissage erreichen?
Die künstlerischen Seminararbeiten des Moduls Ästhetische Bildung zeigten eine hohe ästhetische Qualität, wurden jedoch im öffentlichen Raum der Hochschulkultur nicht sichtbar. Zudem verband ich mit der Implementierung einer Ausstellung auch den Gedanken eines interdisziplinären Austauschs innerhalb des Studiengangs und des Faches Kunst. Aus diesem Grund wurden von Anfang an alle Bereiche ästhetischer Bildung einbezogen. Vor allem standen die Wertschätzung der studentischen Arbeiten sowie didaktische und pädagogische Beweggründe im Vordergrund, um die Bedeutsamkeit des Kuratierens für den Elementarbereich hervorzuheben.

Plastiken aus den ersten Jahren der Frübissage

Was war das Thema der ersten Frübissage und was wurde ausgestellt?
Die erste Ausstellung zeigte eine künstlerische Vielfalt, die auch alle weiteren Ausstellungen prägte. Neben Zeichnungen, Malereien und fotografischen Arbeiten waren auch Papierarbeiten, Objekte, eine Klanginstallation, ein interaktives Figurentheater und ein Kindergartenprojekt zu sehen, das im Rahmen eines Seminars begleitet wurde.

Papierarbeiten

Was war Ihnen bei den Ausstellungen wichtig? Worauf haben Sie besonders Wert gelegt?
Neben der bereits erwähnten künstlerischen Vielfalt, die von Anfang an alle Bereiche ästhetischer Bildung umspannte, lag ein weiterer Schwerpunkt darin, die Ausstellung so zu kuratieren, so dass ein Raum für Partizipation, Interaktion und Gespräch entsteht, in dem sich Besucher*innen, Studierende und die ausgestellten Artefakte dialogisierend begegnen können. Ein Grundanliegen bestand stets darin, alle Dozierenden des Moduls Ästhetische Bildung einzubinden und gemeinsam mit den Studierenden die Ausstellung zu konzipieren. Ein weiterer Akzent lag in einer Brückenfunktion zwischen Bildungseinrichtungen der frühen Kindheit und der Hochschule, indem Kinderprojekte ausgestellt und Kindergruppen in die Ausstellung eingeladen wurden.

Bleistiftzeichnung

Wie war es für Sie, die Leitung der Frübissage weiterzugeben?
Das Ausstellungsreihe Frübissage hatte sich an der Hochschule als ein innovatives Format des Bachelorstudienganges Frühkindliche Bildung und Erziehung etabliert. Die Fortführung dieser Ausstellungsreihe war daher nicht nur für mich, sondern auch für Katharina Schneider ein wichtiges Anliegen. So ist es eine große Freude für mich, dass Katharina Schneider in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den Studierenden die Frübissage gelungen fortführen und weiterentwickeln konnte. Über Einladungen zu Ausstellungseröffnungen der Frübissage freue ich mich immer und nehme, wenn es mir terminlich möglich ist, sehr gerne daran teil.